
Stürze vermeiden: 10 Maßnahmen für ein sicheres Zuhause im Alter
Ein Sturz ist für viele ältere Menschen der Wendepunkt: Ein Moment der Unachtsamkeit, und plötzlich sind Selbstständigkeit und Sicherheit im eigenen Zuhause infrage gestellt. Die gute Nachricht: Vieles lässt sich vorbeugen. Mit etwas Aufmerksamkeit, kleinen Veränderungen in der Wohnung und der richtigen Unterstützung bleibt das Zuhause ein sicherer Ort. Gerade jetzt im Herbst, wenn die Tage kürzer werden und es draußen nass und rutschig ist, lohnt sich ein genauer Blick.
Warum Stürze im Alter so häufig sind
Mit den Jahren lassen Muskelkraft, Gleichgewichtssinn und Sehvermögen nach. Hinzu kommen Erkrankungen, Schwindel als Nebenwirkung mancher Medikamente, unsicheres Schuhwerk oder schlicht Stolperfallen in der Wohnung. Meist ist es nicht eine einzelne Ursache, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Deshalb hilft es, das Sturzrisiko ganzheitlich zu betrachten: den Menschen, seine Gewohnheiten und sein Wohnumfeld.
10 Maßnahmen für ein sicheres Zuhause
- Stolperfallen beseitigen: lose Teppiche, Teppichkanten und herumliegende Kabel entfernen oder rutschfest befestigen.
- Gutes Licht: Flure, Treppen und der Weg zur Toilette sollten auch nachts ausreichend beleuchtet sein, zum Beispiel mit Bewegungsmeldern oder Steckdosen-Nachtlichtern.
- Halt im Bad: Haltegriffe an Dusche, Badewanne und Toilette, dazu rutschhemmende Matten und ein Duschhocker.
- Feste Schuhe: Geschlossene Hausschuhe mit rutschfester Sohle statt Socken oder offener Pantoffeln.
- Ordnung im Alltag: Häufig genutzte Dinge in Griffhöhe lagern, damit niemand auf Stühle oder Leitern steigen muss.
- Treppen sichern: Handläufe auf beiden Seiten, gut sichtbare Stufenkanten, bei Bedarf ein Treppenlift.
- Bewegung und Kraft: Regelmäßige, leichte Übungen für Beine, Rumpf und Gleichgewicht stärken die Standfestigkeit. Fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt nach geeigneten Angeboten.
- Sehen und Hören prüfen: Brille und Hörgeräte regelmäßig kontrollieren lassen, denn beides beeinflusst die Orientierung.
- Medikamente überprüfen lassen: Wenn Schwindel oder Benommenheit auftreten, sollte die Ärztin oder der Arzt die Medikation prüfen. Eigenmächtig dürfen Medikamente nie verändert werden.
- Hilfe in Reichweite: Ein Hausnotruf sorgt dafür, dass nach einem Sturz schnell Hilfe kommt, auch wenn man allein ist.
Die Angst vor dem nächsten Sturz
Wer einmal gestürzt ist, entwickelt oft Angst vor dem nächsten Mal und bewegt sich dann weniger. Das ist verständlich, führt aber zu weiterem Kraftverlust und erhöht das Risiko sogar. Wichtig ist deshalb, Sicherheit zu geben, ohne zu bevormunden: Gehen Sie gemeinsam kleine Wege im Haus, ermutigen Sie zu Spaziergängen und feiern Sie Fortschritte. Angehörige können helfen, indem sie Wege freihalten, Hilfsmittel wie Rollator oder Gehstock richtig einstellen lassen und ruhig bleiben, wenn etwas schiefgeht. Auch Physiotherapie und Gleichgewichtstraining, ärztlich verordnet, können Selbstvertrauen zurückbringen. Unser Ziel ist nicht, jedes Risiko auszuschließen, sondern ein Leben in Bewegung, Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
Wer die Umbauten bezahlt
Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie ein barrierearmer Badumbau, eine Türverbreiterung oder ein Treppenlift können bei vorhandenem Pflegegrad von der Pflegekasse bezuschusst werden: bis zu 4.180 € je Maßnahme, bei mehreren Pflegebedürftigen in einer Wohnung bis zu 16.720 €. Wichtig: Der Antrag muss vor dem Umbau bei der Pflegekasse gestellt werden. Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch stehen zusätzlich 42 € monatlich zur Verfügung. Ab Pflegegrad 1 können außerdem 131 € Entlastungsbetrag im Monat zum Beispiel für Haushaltshilfe und Betreuung genutzt werden, damit weniger Alltagsarbeit in Eile und auf wackeligen Tritten erledigt wird.
Wie wir Sie unterstützen
Unsere Pflegekräfte achten bei jedem Besuch auch auf Sicherheit: Sie bemerken Veränderungen im Gangbild, sprechen Stolperfallen an und geben Hinweise zur Wohnraumanpassung. Bei der Beantragung von Pflegegrad, Hilfsmitteln und Zuschüssen helfen wir Ihnen gern. Auch im Rahmen von Beratungsbesuchen schauen wir gemeinsam mit Ihnen, wo im Haushalt noch Risiken lauern und welche Lösungen zu Ihrer Situation passen.
Was tun nach einem Sturz?
Bleiben Sie ruhig und stehen Sie nicht überstürzt auf. Prüfen Sie, ob Sie Schmerzen haben oder sich verletzt haben. Bei starken Schmerzen, Kopfverletzungen oder Unsicherheit rufen Sie den Notruf 112. Auch ein Sturz ohne sichtbare Folgen sollte der Hausärztin oder dem Hausarzt gemeldet werden, denn er kann ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko sein. Sprechen Sie uns an: Gemeinsam überlegen wir, wie sich ein weiterer Sturz vermeiden lässt.
Sprechen Sie uns an
Möchten Sie wissen, wie sicher Ihr Zuhause ist, oder welche Unterstützung Ihnen oder Ihren Angehörigen zusteht? Wir beraten Sie kostenfrei und persönlich in Lünen, Dortmund, Selm, Bergkamen, Werne, Kamen und Waltrop. Rufen Sie uns an unter 02306 36010. Damit es Ihnen besser geht.
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