Grippe- und Corona-Impfung für Pflegebedürftige: Was Angehörige im Herbst wissen sollten
    Zurück zum BlogRatgeber · 29.09.2026

    Grippe- und Corona-Impfung für Pflegebedürftige: Was Angehörige im Herbst wissen sollten

    Mit den ersten kühlen Tagen beginnt jedes Jahr die Zeit der Atemwegsinfekte. Für gesunde Erwachsene ist eine Grippe meist unangenehm, aber überstehbar. Für ältere und pflegebedürftige Menschen sieht das anders aus: Herz, Lunge und Immunsystem sind oft schon belastet, und eine Infektion kann schnell zu Krankenhausaufenthalten und einem längeren Verlust an Kraft und Selbstständigkeit führen. Impfungen sind deshalb ein wichtiger Baustein, um gut durch Herbst und Winter zu kommen.

    In diesem Beitrag fassen wir zusammen, was die Ständige Impfkommission (STIKO) aktuell für Menschen ab 60 und für Pflegebedürftige empfiehlt, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie wir als Pflegedienst Familien in Lünen, Dortmund, Selm, Bergkamen und dem Kreis Unna dabei begleiten.

    Grippeimpfung: Standard ab 60 Jahren

    Die jährliche Grippeimpfung (Influenza) empfiehlt die STIKO als Standardimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Ebenfalls empfohlen ist sie unabhängig vom Alter für Menschen mit chronischen Erkrankungen – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma, Nierenerkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems – sowie für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Wohngemeinschaften.

    Für Menschen ab 60 sind Hochdosis-Impfstoffe vorgesehen, die auf das im Alter schwächer reagierende Immunsystem abgestimmt sind. Da sich die Grippeviren jedes Jahr verändern, wird der Impfstoff jährlich angepasst – die Impfung muss deshalb jede Saison neu erfolgen. Eine Grippeimpfung aus dem letzten Jahr schützt in dieser Saison nicht mehr.

    Auch für pflegende Angehörige und alle, die im Haushalt mit einem pflegebedürftigen Menschen leben, ist die Grippeimpfung sinnvoll. Wer sich selbst schützt, schützt auch den Menschen, den er versorgt.

    Corona-Impfung: Was sich 2026 geändert hat

    Bei der COVID-19-Impfung hat die STIKO ihre Empfehlung im Juli 2026 angepasst. Die jährliche Auffrischimpfung wird als Standard nicht mehr ab 60, sondern erst ab 75 Jahren empfohlen. Für gesunde Erwachsene unter 75 Jahren ist damit regelhaft keine jährliche Corona-Impfung mehr vorgesehen.

    Für viele Pflegebedürftige gilt die Empfehlung aber weiterhin – unabhängig vom Alter. Eine jährliche Auffrischung wird empfohlen für:

    • alle Menschen ab 75 Jahren
    • Menschen ab 6 Monaten mit einer Grunderkrankung, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht
    • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen
    • Pflegepersonal mit direktem Kontakt zu Pflegebedürftigen
    • enge Kontaktpersonen von Menschen, deren Immunsystem auf eine Impfung nicht ausreichend reagiert

    Neu ist auch der empfohlene Zeitpunkt: Die Corona-Auffrischung soll möglichst zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Wer die Impfung bislang verpasst hat, kann sie im weiteren Verlauf der Saison nachholen. Wer immungesund ist und sich im Laufe des Jahres bereits mit dem Coronavirus infiziert hat, kann auf die Auffrischung verzichten – diese Entscheidung sollte gemeinsam mit der Hausärztin oder dem Hausarzt getroffen werden.

    Der richtige Zeitpunkt

    Für die Grippeimpfung sind Oktober und November der ideale Zeitraum. Der Schutz baut sich innerhalb von etwa zwei Wochen auf und hält über die Wintermonate, in denen die Grippewelle in der Regel ihren Höhepunkt erreicht. Eine spätere Impfung ist aber immer noch besser als keine – auch im Dezember oder Januar lohnt sich der Termin.

    Beide Impfungen können am selben Tag verabreicht werden, in der Regel in den linken und rechten Oberarm. Das Immunsystem wird dadurch nicht überfordert. Auch eine Pneumokokken-Impfung, die ab 60 Jahren einmalig empfohlen wird, lässt sich oft mit dem Impftermin verbinden. Sprechen Sie dazu die Hausarztpraxis an.

    Was Angehörige praktisch tun können

    Die Organisation eines Impftermins ist für pflegende Angehörige oft eine Aufgabe mehr in einem vollen Alltag. Diese Punkte helfen dabei:

    • Impfpass heraussuchen und prüfen, welche Impfungen im letzten Jahr erfolgt sind.
    • Termin in der Hausarztpraxis vereinbaren – viele Praxen bieten im Oktober eigene Impfsprechstunden an.
    • Bei eingeschränkter Mobilität nach einem Hausbesuch fragen: Viele Hausärztinnen und Hausärzte impfen bettlägerige Patientinnen und Patienten zuhause.
    • Aktuelle Medikamentenliste und bekannte Allergien mitnehmen oder bereithalten.
    • Am Impftag auf ausreichend Trinken achten und den Tag ruhig gestalten.
    • Nach der Impfung auf Rötung, Schwellung oder leichtes Fieber achten – diese Reaktionen sind normal und klingen meist nach ein bis zwei Tagen ab.

    Bei Menschen mit Demenz hilft es, den Termin ruhig und ohne lange Vorankündigung zu gestalten und eine vertraute Person dabeizuhaben.

    So unterstützt Sie der Pflegedienst Merten & Merten

    Als ambulanter Pflegedienst sind wir regelmäßig bei unseren Klientinnen und Klienten zuhause und kennen ihren Gesundheitszustand. Unsere Pflegefachkräfte beobachten mögliche Impfreaktionen, dokumentieren Auffälligkeiten und halten Rücksprache mit der Hausarztpraxis, wenn etwas unklar ist. Bei der Terminplanung stimmen wir uns mit Angehörigen und Ärzten ab, damit die Impfung in den Pflegealltag passt.

    Auch unser Team lässt sich jedes Jahr gegen Grippe impfen. Für Pflegekräfte mit direktem Kontakt zu Pflegebedürftigen empfiehlt die STIKO zudem die Corona-Auffrischung. So schützen wir die Menschen, die wir versorgen – gerade in den Wintermonaten, in denen viele Kontakte über den Tag verteilt entstehen.

    Neben dem Impfschutz gelten im Herbst und Winter die bekannten Grundregeln: regelmäßiges Händewaschen, Lüften, Abstand zu erkälteten Besuchern und ausreichend Trinken. Wer selbst erkältet ist, sollte den Besuch bei einem pflegebedürftigen Angehörigen wenn möglich verschieben oder eine Maske tragen.

    Fragen zur Pflege im Herbst? Wir beraten Sie

    Ob Impftermin, Pflegegrad oder Unterstützung im Alltag – wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen. Die Beratung ist kostenfrei, gern auch bei Ihnen zuhause in Lünen, Dortmund, Selm, Bergkamen, Werne, Kamen oder Waltrop. Rufen Sie uns an unter 02306 36010 – wir sind rund um die Uhr für Sie erreichbar. Damit es Ihnen besser geht.

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