Außerklinische Intensivpflege: Von der Klinik nach Hause – Checkliste für Angehörige
    Zurück zum BlogIntensivpflege · 17.09.2026

    Außerklinische Intensivpflege: Von der Klinik nach Hause – Checkliste für Angehörige

    Wenn ein Mensch dauerhaft beatmet werden muss oder eine Trachealkanüle trägt, stellt sich in der Klinik früh die Frage: Wie geht es weiter? Für viele Familien ist die außerklinische Intensivpflege zuhause die beste Antwort – vertraute Umgebung, feste Bezugspflegekräfte, das Leben findet wieder in den eigenen vier Wänden statt. Damit der Übergang gelingt, muss er gut vorbereitet werden. Diese Checkliste fasst zusammen, was wir aus über 30 Jahren Intensivpflege in Lünen, Dortmund, ganz NRW und inzwischen auch im Raum Ludwigsburg und Stuttgart gelernt haben.

    1. Frühzeitig den Intensivpflegedienst einbinden

    Sprechen Sie den Sozialdienst der Klinik oder des Beatmungszentrums an, sobald absehbar ist, dass eine Versorgung zuhause infrage kommt. Je früher der Pflegedienst dabei ist, desto besser lassen sich Team, Hilfsmittel und Kostenzusage vorbereiten. Bei uns genügt ein Anruf unter 02306 - 36010 (NRW) oder +49 7151 2503590 (Baden-Württemberg) – wir nehmen Kontakt zur Klinik auf.

    2. Verordnung und Kostenübernahme klären

    Die außerklinische Intensivpflege wird nach § 37c SGB V von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Nötig ist eine ärztliche Verordnung durch besonders qualifizierte Ärzt:innen; dabei wird auch das Potenzial zur Beatmungsentwöhnung (Weaning) beurteilt. Wir sind nach § 132l SGB V zugelassen, unterstützen bei Verordnung und Antrag und rechnen direkt mit der Kasse ab. Ergänzend leistet die Pflegekasse Pflegegeld oder Sachleistungen nach SGB XI.

    3. Die Wohnung vorbereiten

    • Pflegebett mit Platz für Beatmungsgerät, Absauggerät und Monitoring
    • ausreichend Steckdosen, ideal mit Überspannungsschutz; Notstromlösung für Beatmungsgerät (Akku) prüfen
    • Lager- und Arbeitsfläche für Verbrauchsmaterial, Desinfektion und Dokumentation
    • barrierefreie Wege zu Bad und Ausgang, ggf. Rampe oder Lifter
    • Rückzugsort für die Pflegefachkraft in der Nacht

    Das Sanitätshaus liefert Geräte und Erstausstattung; wir stimmen die Liste mit Klinik und Homecare-Versorger ab, damit am Entlassungstag nichts fehlt.

    4. Das Team kennenlernen

    In der 1:1-Intensivpflege ist rund um die Uhr eine Fachkraft im Haus. Deshalb stellen wir ein festes Team zusammen, das Sie und Ihr Angehöriger vor dem Start kennenlernen. Alle Fachkräfte haben eine Weiterbildung für außerklinische Beatmung und werden regelmäßig geschult – Beatmungsgerät, Notfallmanagement, Kanülenwechsel, Sekretmanagement.

    5. Der Entlassungstag

    Wir begleiten die Übergabe in der Klinik, prüfen Einstellungen des Beatmungsgeräts, Medikamentenplan und Notfallplan und fahren mit nach Hause. Die erste Fachkraft ist bereits vor Ort, wenn der Krankentransport eintrifft. In den ersten Tagen ist die Einsatzleitung besonders eng eingebunden.

    6. Angehörige bleiben Angehörige

    Sie müssen keine Pflegeprofis werden. Wir zeigen Ihnen, was Sie wissen möchten – etwa Absaugen oder den Umgang mit dem Alarm –, aber die Verantwortung für Beatmung und Behandlungspflege liegt bei uns. Viele Familien erleben nach den ersten Wochen, dass wieder Zeit für Gespräche, Ausflüge oder einfach gemeinsames Fernsehen entsteht.

    Für wen kommt die Versorgung infrage?

    Für beatmete oder tracheotomierte Kinder und Erwachsene, etwa nach Schädel-Hirn-Trauma, bei ALS, Muskeldystrophie, spinaler Muskelatrophie, hohem Querschnitt, COPD im Endstadium oder im Wachkoma. Wir versorgen ausschließlich 1:1 zuhause – keine Intensiv-WG.

    Wo wir versorgen

    In ganz Nordrhein-Westfalen mit Zentrale in Lünen sowie in Baden-Württemberg im Raum Ludwigsburg und Stuttgart. Aktuell haben wir freie Kapazitäten. Sprechen Sie uns an – wir klären unverbindlich, ob und wie schnell eine Versorgung möglich ist.

    Haben Sie Fragen?

    Wir beraten Sie gerne persönlich und unverbindlich.